Verein Symposion Lindabrunn
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Kunst und Architektur
       
Der Steinbruch in Lindabrunn
Geologische Grundlagen:
Vor ca. 13 bis 16 Millionen Jahren, zur Zeit des Badeniums, erstreckte sich ein Meer über weite Teile Mittel- und Osteuropas. Die Urtriesting brachte Gerölle und Sand aus den aufsteigenden Kalkalpen und mündete als Flussdelta in das warme, tropische Meer des Wiener Beckens (genannt Paratethys). Sie hinterließ die als Lindabrunner Konglomerat bekannten Sedimentgesteine. Der Übergang von von Fluss- und Meeresablagerungen spiegelt sich einerseits im Fossilinhalt  und andererseits in den sedimentären Strukturen wider. Es finden sich sowohl Spuren von Meeres- als auch von Landbewohnern – genauso wie Sedimentstrukturen, die auf Wellen- und Gezeitentätigkeiten hindeuten und solche, die durch Prozesse in einem Flusssystem entstanden sind. Im Lindabrunner Konglomerat wurden Reste von Seekühen (Meeresbewohner) und Stoßzähne von Rüsseltieren (Landbewohner) sowie Pflanzenabdrücke gefunden.

Gestein:
Das „Lindabrunner Konglomerat“ besteht keineswegs nur aus Konglomeraten, sondern auch aus Sandsteinen und untergeordnet aus tonmergeligen Zwischenlagen. Die einzelnen Komponenten der Konglomerate und Sandsteine bestehen vor allem aus kalkalpinem Material und sind mit kalzitischen Zementen fest verkittet.

Verwendung:
Das Lindabrunner Konglomerat fand schon früh, vermutlich bereits in der Römerzeit und später im Mittelalter, Verwendung. Vermehrt eingesetzt wurde das Gestein zum Bau der ersten Wiener Hochquellwasserleitung, für Bauten und Denkmäler des Wien der 1920 und 1930er Jahre, für Verkleidungen von Autobahnbrücken und U-Bahn-Stationen, als Fußbodenplatten (Wirtschaftsuniversität Wien) und als Ausgangsmaterial für Skulpturen.
Quellen: J.Rabeder "Geologische Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Lindabrunner Konglomerats", Poster 2009 und Dr. Maria Heinrich "Die Gesteine erzählen - über das Lindabrunner Konglomerat", Poster 2009